15.06.2013

Shymkent

Da mir von vielen Leuten geraten wurde, die größere Straße durch den Süden Kasachstans zu nehmen, habe ich meine Routenplanung geändert. Die Straße wird momentan massiv ausgebaut, da sie die Verbindung zwischen China und Europa herstellen soll und insofern ist es wohl die beste Straße im Land. Meine ursprünglich geplante Strecke gefiel jedenfalls keinem einzigen Kasachen, den ich gefragt habe.

Das ist aber alles nicht schlecht, weil ich absolut nichts dagegen habe mal wieder auf richtigem Asphalt zu fahren und diese Strecke von den meisten anderen Reisenden benutzt wird, welche ja meistens in die Mongolei oder Kirgistan wollen. So bin ich auch in der Nähe von Baikonur und dem russischen Cosmodrome vorbei gekommen. Wenn man sich vorher eine Genehmigung besorgt, darf man dort auch richtig hin fahren, aber von der Hauptstraße aus konnte man auch schon gut Fotos machen.

Am nächsten Tag bin ich auf Daniel gestoßen. Er kommt aus Belgien und ist auf dem Fahrrad unterwegs. Er meinte, dass er zuletzt noch andere deutsche auf KTMs getroffen hatte. Diese kamen wenige Minuten später auch dazu :)

Da wir die selbe Strecke fahren wollten, haben wir uns zusammengetan und ich konnte abends mit Manuela, Michael und Stephan das Camp aufschlagen. Der Plan von Michael und Stephan ist in die Mongolei zu fahren: www.ridetomongolia.com
Für mich ist es super mal deutsche zu treffen. Donnerstag sind wir dann bis Shymkent gefahren und mussten uns abends allerdings ein Hotel suchen, da Manuelas Hintterreifen ein Loch hatte; abgesehen davon hatte keiner etwas gegen eine Dusche und WLAN einzuwenden.

Da das Hotel für uns vier recht günstig war, wurde ein Tag Pause für Reparaturen und Regeneration eingelegt. Den Abend haben wir mit einem Kasachen ein paar Zimmer weiter verbracht und wurden für den nächsten Tag zum Essen eingeladen. Er hatte Lust uns einiges über sein Land zu erzählen und wir hatten eine gute Zeit. Sein Tipp: Borat gucken!

Heute geht es weiter in Richtung Taraz und mein Plan ist es, anschließend die angeblich gute Straße nach Astana zu fahren.

Ansonsten hier noch die Preisfrage: Wie viele Kasachen braucht man um ein Motorrad zu betanken?
Antwort: Mindestens vier. Einer füllt das Benzin ein, einer muss daneben stehen und die Verantwortung tragen, und einer muss das ganze mit einer Kalaschnikow überwachen. Er ist der wichtigste, denn wichtig sein ist seine Aufgabe. Eine Aufgabe wird im Team erledigt: das Festhalten des Motorrades. Man könnte meinen, dies solle das Motorrad am Umfallen hindern - wahr ist viel mehr, dass es die Typen von der Tankstelle am Umfallen hindert. Der unwichtigste ist der Mann an der Kasse. Allerdings muss man natürlich vorher sagen wie viele Liter Benzin man denn haben will und diese bezahlen. Ich weiß selbstverständlich zu jeder Zeit exakt wie viele Liter noch im Tank sind. Blöde Frage :-P