08.05.2013

Rumänien auf dem Lande

Von Bucovăț ging es über Reșița und Anina nach Băile Herculane. Das ländliche Rumänien ist der Wahnsinn. Hier wird Ackerbau betrieben wie vor 100 Jahren. Mit der Hacke bestellen die Leute ihre kleinen Felder, manchmal auch mit Pferd, selten mit Traktor. Überall laufen Gänse, Kühe, Pferde und natürlich etliche Hunde herum. Die Leute sitzen vor ihren Häusern und schauen mir nach.

Manchmal gebe ich mir die unasphaltierten Schotterwege, die zu wirklich abgelegenen Dröfern führen. Da stehen dann natürlich auch so gut wie keine Autos mehr und es ist wie in einer anderen Zeit.

Der Campingplatzbesitzer kommt ursprünglich aus Köln und hat mir erklärt, dass die ganze Sache aber nicht ganz so romantisch ist wie es aussieht. Durch den EU Beitritt reicht z.B. für die alten Leute die Rente nicht mehr aus und sie müssen sich bis ins hohe Alter auf den Äckern selbst versorgen. Der Großteil der Leute, die ich gesehen habe, ist tatsächlich alt gewesen. Die Ältesten gehen immerzu gebückt und in Hinsicht auf die Arbeitshaltung auf dem Feld kann ich mir genau denken woher das kommt.

Ich finds trotzdem faszinierend. Rumänien ist, denke ich, noch mal eine eigene Reise wert. Am besten ohne nervige Ersatzreifen und den ganzen anderen Kram. Dann könnte man noch entspannter die unbefestigten Wege fahren - so beladen ist das schon eine gewisse Herausforderung, auch fürs Material.