07.05.2013

Rumänien

Zu meiner Verwunderung wurde ich beim Grenzübergang nach Rumänien kontrolliert. Ich dachte das gibts hier nicht mehr!? Ebenfalls Verwunderung gab es seitens der Grenzpolizisten, als sie nach meiner Route fragten.

In Rumänien gibt es plötzlich viel Neues. Während mir Tschechien und Ungarn eigentlich nicht so viel anders als Ostdeutschland erscheinen, sieht in Rumänien die Welt wirklich etwas anders aus. Das geht über einige tote Hunde an der Straße, über streunende Hunde in der Landschaft, bis hin zu Pferdefuhrwerken auf den Straßen und alten Leuten, die entspannt mit einer Sense in der Hand auf dem Fahrrad unterwegs sind. Ich komme mir etwas vor wie in einem Zigeunerfilm. Irgendwie ist auch die Kleidung und der der Gesichtsausdruck der Leute plötzlich ein anderer.

Ich wollte über Arad und Timisoara nach Buzias, wo auf der Karte ein Campingplatz verzeichnet ist. Ich wollte aber nicht über die Hauptstraße und bin nach Bazos gefahren, ein kleines Dorf wo die Kühe am Wegesrand grasen und Gänse die Straße bevölkern. Man kommt auch nur über eine Schotterpiste hin. Im Dorf bin ich nicht weiter gekommen - auf der Karte sah es so aus als würde es eine Straße geben, dem war aber nicht so. Es saßen einige Männer an der Straße bei Bier und Musik, die habe ich dann einfach mal gefragt. Innerhalb kürzester Zeit zeigten acht Männer in vier verschiedene Richtungen. Jeder meinte, ich sollte nicht auf die anderen hören. Irgendwann ist einer mit dem Auto mit mir mitgefahren, was überflüssig war weil es nur geradeaus ging, bis es nicht mehr weiter ging. Jedenfalls nicht für das Auto, mit dem Motorrad sollte ich dann ein Stück weiter irgendwo links fahren und der Straße folgen.

Die Straße war von Traktoren für Traktoren geschaffen und die Spurrillen entsprachen halt auch den Dimensionen von Traktorreifen. Hätte ich gewusst was mich erwartet, wäre ich wohl doch besser umgedreht aber wenn man schon mal dabei ist... Eigentlich war es nur Glück, dass ich nicht wieder gestürzt bin. Man hat die Wahl durch die Furche zu fahren oder oben auf dem Grad - mit der bepackten Maschine keine Kleinigkeit. Mit beherztem Gasgeben und Körpereinsatz habe ichs irgendwie geschafft. Ich glaube das war ungefähr das Maximum was meine XT bepackt offroad schafft, sowohl von der Bodenfreiheit her, als auch in Hinsicht auf die Reifen. Die Dusche am Abend war ein Segen :)