16.05.2013

Iznik

Eigentlich habe ich Istanbul etwas früh verlassen. Es war schon schön mal wieder viel Gesellschaft zu haben. Aber ich bin nun mal kein Backpacker sondern Motorradfahrer und musste irgendwie weiter. Städte besucht man besser nur mit Rucksack.

Nach Asien führen zwei Wege, die beide Geld kosten: Einige Fähren und die Autobahn. Der Typ vom Hostel meinte, ich soll einfach dort längs fahren, wo die elektronische Vignettenerfassung ist, da würde nichts passieren. Hmm. Ich habe das einfach mal probiert und es gab schon kurz Alarm als ich durch bin, aber weiter war nichts. Bei der nächsten Gelegnheit bin ich auf die Kraftfahrstraße gewechselt, die es meistens als Alternative zur Autobahn gibt. Nun ist es so.

Das Stadtgebiet von Istanbul ist gigantisch und man braucht ewig bis man durchgefahren ist. Über die Bergstrecke nach Iznik am Iznik Gölü (See) habe ich mich nachher doch gefreut. Ich komme mit diesem chaotischen Verkehrt nicht gut zurecht. Das ständige Hupen, Drängeln, nicht-blinken und fahren wo es gerade passt nervt. Ich brauche einfach Strukturen und Regeln die ich ggf. brechen kann. Dann weiß ich wenigstens woran ich bin, hier ist alles irgendwie egal und irgendwie doch nicht. Denn wenn da ein 50-Schild steht und alle mit 80 auf dem Standstreifen fahren ist man zwar nicht der einzige, aber wer weiß ob man nicht doch mal ne Quittung bekommt und als Tourist bin ich dann sicherlich dran.
Dann habe ich doch lieber ganz kleine und dafür leere Straßen.

Leider ist meinem Vorderreifen die Luft ausgegangen. Keine Ahnung warum, der Schlauch ist eigentlich einwandfrei. Vorsichtshalber habe ich trotzdem den Ersatzschlauch verbaut - abends war also Schrauben angesagt. Dazu gabs einen delikaten Soundtrack (ggf. etwas lauter drehen).