15.05.2013

Istanbul

Am 13.5. bin ich in Istanbul angekommen. Damit habe ich sozusagen mein erstes Ziel erreicht :)

Der Grenzübergang zur Türkei war natürlich etwas aufwändiger als die bisherigen - man muss halt doch bei ein paar Offices vorstellig werden und den "Passport for Motorcycle", Insurance und natürlich den eigenen Passport hier und da vorzeigen. Es waren aber alle sehr freundlich - vielleicht wars ein ganz guter Grenzübergang zur Übung.

Der Verkehr in Istanbul war noch gewöhnungsbedürftiger als in Prag. Blinken habe ich mir inzwischen abgewöhnt. Man kann einfach fahren wo man will und manchmal ist das auch gar nicht so verkehrt, wenn man keine Ahnung hat wo man eigentlich hin will. Bei einer Öltemperatur von 140 Grad musste ich den Motor allerdings erst einmal am Straßenand abkühlen lassen. Ich war jedenfalls froh mal einen Tag lang nicht Motorrad zu fahren!

Natürlich habe ich mir die Altstadt von Istanbul angesehen. Ist natürlich alles sehr schön, aber mir sind die Typen, die einem hinterher laufen und alles mögliche verkaufen wollen, ziemlich schnell gewaltig auf die Nerven gegangen. Ich habe einen Süd-Koreaner getroffen und gemeinsam haben wir die Stadt erkundet. Die Kommunikation war etwas schwierig, aber dennoch habe ich - mal wieder - viel über Koreaner gelernt. Ich liebe das. Wenn man wieder auseinander geht, ist man einfach happy eine schöne gemeinsame Zeit gehabt zu haben. Auf dem Gewürzmarkt wurden wir von einem Händler gefragt ob er Nord- oder Süd-Keraner ist. "Nord-Koreaner mögen wir hier gar nicht!" Sehr geil :D

Ich habs mir auch nicht nehmen lassen, mich einmal von einem Barbier wieder in Form bringen zu lassen. Das kann ich jedem, der Bartwuchs hat, nur empfehlen! So gut war ich noch nie rasiert, im Gegensatz zu zu Hause blutet danach überhaupt nichts. Die Prozedur ist aber auch aufwändig. Ich ahnte nicht, dass er mein Gesicht zum Schluss mit nem brennenden Stäbchen abklopfen würde - da hat auch das kleinste Haar keine Chance mehr. Haar schneiden war fast Nebensache.

Abends hatte ich Gelegenheit mit den Leuten aus dem Hostel los zu ziehen. Hier gibt es überall Dachterrassen, auch auf den Hostels, wo man wunderbar was trinken kann. Oder eine Shisha rauchen, da waren wir allerdings schon woanders.

Grundsätzlich muss ich sagen, dass es eine sehr gute Entscheidung war ins 10-Bett Zimmer zu gehen. Schlafen ging problemlos und ich konnte mich mit den diversen Backpackern aus Australien, USA und Kanada austauschen. Bei Gelegenheit würde ich auf jeden Fall wieder ins Hostel gehen.

Noch etwas zu den Leuten. Die Türken fragen mich oft ob ich verheiratet bin und lachen, wenn ich sage, dass ich eine Freundin zu Hause habe. Es ist nämlich anscheinend ganz normal, Affären zu haben. Von verschiedenen Seiten wurde mir gesagt, dass die Frauen zuhause ja nichts mitbekommen. "Ich sage einfach, dass ich spät noch einen Kunden habe und vielleicht im Laden schlafe." Ich habe einen vom Hostel danach gefragt und er meinte, dass es bei ihm genau so ist - kein Problem für ihn. Irgendwie witzig, mit welchem Selbstverständnis die darüber reden.