10.05.2013

In einem Dorf in Rumänien

Heute war ein super Tag. Das Motorrad sorgt regelmäßig für Aufmerksamkeit. So bin ich heute mit einem Rumänen ins Gespräch gekommen, der sehr gut Englisch sprach. Früher war er LKW Fahrer und hat mir einige Hinweise zu Kasachstan und Russland gegeben. Wir waren uns sehr sympatisch und ich habe viel über Rumänien und das rumänische Verhältnis zu Deutschland gelernt. So haben wir uns den halben Vormittag um die Ohren geschlagen und ich dachte der Tag kann kaum mehr besser werden.

Mittags habe ich dann an einem dieser Läden halt gemacht, vor dem die Rumänen immer unter Sonnenschirmen ihr Bier trinken und habe mich dazu gesetzt. Die meisten der Jungs waren in meinem Alter. Interessanterweise wollen alle immer wissen, wie viel Hubraum mein Motorrad hat und was es gekostet hat, was deren Motorroller in Deutschland kostet, ob ich eine Wasserkühlung habe, was der Audi mit 250.000 auf der Uhr in Deutschland kostet (ääääh, keine Ahnung...), was der Liter Motoröl von Castrol in Deutschland kostet usw... Außerdem natürlich wie mir die rumänischen Mädels gefallen (alle sind davon überzeugt, dass sie überdurchschnittlich hübsch sind) und was ich in meinem Job verdiene.

Das alles konnte ich ihnen erst so richtig beantworten als eine rumänische Studentin dazu kam und auf Englisch übersetzen konnte. Es war großartig weil wir alle viel übereinadern erfahren haben - für Tage wie heute bin ich losgefahren!

Ich wurde noch zum Angeln eingeladen, aber stattdessen saßen wir noch länger zusammen. Über die Stunden wurde die Gruppe auch immer größer. Tja, und dann habe ich mich irgendwann entschieden zu fahren weil ich ja auch noch weiter wollte und um einen Platz für die Nacht zu finden. Im Nachhinnein habe ich mich darüber geärgert, weil ich noch ewig dort hätte sitzen können und für die Nacht hätte sich da doch sicherlich auch noch etwas gefunden... Schade. Aber beim nächsten mal weiß ich was ich mache.

Das ist es wohl, warum langsam reisen so viel besser ist als Kilometer abzureißen. Manchmal lohnt es sich, sich irgendwo niederzulassen und zu warten was passiert. Am besten ohne dass man am Abend irgednwo sein muss. Mit etwas mehr Reiseerfahrung wäre ich einfach dort geblieben und wäre heute Abend nicht mehr dazu gekommen einen Blogeintrag zu schreiben. Naja - trotzdem ein guter Tag :)