23.05.2013

Durch die Berge nach Divrigi

Heißluftballon fliegen ist wie auf einem Aussichtsturm zu stehen, der sich die ganze Zeit bewegt. Ziemlich cool. Die Bodencrew fährt dem Ballon immer hinterher und ist somit nie weit weg. Wir sind sogar direkt auf dem Anhänger des Transportfahrzeugs gelandet.

Anschließend habe ich noch bei Nejdet vorbei geschaut, den ich am Tag zuvor kennen gelernt habe. Er hat mir seine Teppichhandlung gezeigt und ich konnte sehen wie die Teppiche von Hand gewebt wurden. Ich war noch den ganzen Vormittag dort und konnte mich mit seinen Kollegen über die Reise und Motorräder unterhalten. Zwischendurch habe ich eine Runde auf seiner XT660 gedrecht, das ist der Nachfolger von meiner Maschine. Da geht was, wenn man am Gas dreht! Bislang fand ich meine XT auch beladen immer noch recht kraftvoll aber wenn man mal den direkten Vergleich hat - alt gegen neu, beladen gegen unbeladen...
Dafür läuft meine XT nach wie vor tadellos auch die steilsten Berge hoch, wie ich später getestet habe.

Die Nacht habe ich in Pinarbasi verbracht und bin anschließend durch die Berge nach Divrigi gefahren. An einem Hang habe ich eine Piste entdeckt, die einfach zu verlockend war. Aus der Ferne sah sie prima aus. Als ich davor stand war sie aber doch verdammt steil. Vielleicht hätte ich es einfach lassen sollen, aber da ich nun schon da war, bin ich voller Beladung hoch gefahren. Nach vorne beugen und bloß keinen Schwung verlieren! Natürlich war es nur ein Wirtschaftsweg und ich musste später wieder herunter fahren.

Die Bergwelt auf der weiteren Strecke war herrlich und die Straßen leer :) Am Nachmittag kam ich zu einem relativ frei stehenden Hügel, auf dem ob seiner Höhe Handyantennen stehen. Ich versprach mir eine prima Aussicht auf die umliegenden Berge. Aus der Ferne sah sie nett aus aber als ich dann davor stand, war die Piste doch wieder recht steil und die Zufahrt ein Schlammloch. Vielleicht hätte ich es einfach lassen sollen, aber da ich nun schon dort war, bin ich von etwas weiter hinten über den Acker zur Piste gefahren und dann hoch. Immer wenn man glaubt gleich hinzufliegen, hatte man zu wenig Schwung und die einzige Rettung ist ordentlich Gas geben. Das Drehmoment des Einzylinders macht das schon. Sich vorsichtig vorantasten funktioniert mit nem Motorrad konzeptionell bedingt nun einmal schlecht ;-)

Vielleicht sollte ich noch das Chez Galip Haar Museum erwähnen. Es handelt sich um eine Höhle, in der die Wände und die Decke mit Haarsträhnen beklebt sind. Seit Jahrzehnten spenden viele Frauen, die die Höhle besuchen ein paar Haare und kleben sie mit einem Zettel mit ihrem Namen zu den anderen. Ein etwas unheimlicher Ort, aber dennoch faszinierend. Kostet nichts, aber Fotos sind verboten.