06.06.2013

Die Steppe

Mir sind zuletzt noch mehr Reisende begegnet. Durch den Grenzübergang war die Wahrscheinlichkeit natürlich recht groß andere zu treffen, die nach Kasachstan wollen.

Zuerst traf ich zwei Polen jeweils auf einer riesigen BMW GS Adventure. Die waren aber sehr in Eile weil sie nur 6 Wochen Zeit haben, sind ja berufstätig und haben eine Firma. Also müssen am Tag schon mal 700 Kilometer sein, bei den schlechten Straßen vielleicht nur 500 denn durch die Mongolei wollten sie schon noch. Das wäre nichts für mich, da bleibe ich lieber zuhause.

Als nächstes habe ich ein polnisches Paar getroffen, die mit ihrem Tandem noch in die Mongolei und China wollen. Die haben in Polen aber keine Arbeit und machen sich beim Fahren natürlich keinen Stress. Mit dem Fahrrad wäre die Aktion auch nichts für mich aber ich finds super wie die beiden das machen: www.inka-olo.pl

Für mich selbst war die weitere Fahrt zunächst recht entspannt. Gute Straßen und immer geradeaus, den ganzen Tag. Das hat sich heute allerdings geändert. Die Straße besteht jetzt quasi nur noch aus Schlaglöchern, sodass es unmöglich wird, sie nicht zu treffen. Tückischerweise kann man aber auch die richtig miesen Schlaglöcher erst sehen wenn man fast schon drin ist, aus 20 Metern Entfernung sieht die Straße fast glatt aus. Deswegen kann man die ganze Geschichte auch nicht richtig fotografieren, sondern immer nur ein Schlagloch. Kurz und knapp: Auf diese Weise zerschießt man sich auf Dauer sein Fahrzeug. Ich habe leider schon diverse fette Löcher mitgenommen und war danach immer froh, kein Zischen zu hören. Viele LKW und Autos fahren einfach neben der Straße auf der Sandpiste durch die Steppe und das mache ich jetzt auch. Tatsächlich kann man dort schneller fahren als auf der Asphaltstraße, bzw. dem was davon übrig ist. 60 km/h sind ungefähr das Maximum.

Durch den zerbrochenen Asphalt knallt man halt immer gegen eine scharfe Kante, auf der Standpiste hingegen sind die Unebenheiten immer rund und somit viel angenehmer. Wenn man im stehen fährt, gehts noch besser. Ein paar Trucker meinten, dass die Straßen für mich jetzt so bleiben. Na dann...

Aber immerhin, es geht ja. Und nun zelte ich die zweite Nacht in der Steppe. Das geht prima, denn man kann ja einfach so überall hin fahren, der Unterschied zwischen Piste und einfach gleich offroad durch die Steppe ist recht gering. Und bei der Wahl des Zeltplatzes ist es eigentlich auch egal - einfach schauen wo kein Kamelmist ist...

Hier habe ich nur Gesellschaft von Vögeln und den Herden, die mehr oder weniger wild durch die Steppe streifen (Pferde, Kamele, Kühe). Ganz abgesehen von diesem gewissen Geruch, keine Ahnung woher der genau kommt. Gefällt :)