30.07.2013

Die Reise neigt sich dem Ende zu

Glücklicherweise haben wir es einigermaßen trocken zu unserem Nordkapp geschafft. So konnten wir es trotz eisiger Kälte zumindest ein Bisschen genießen.

Es ist schon irgendwie komisch, vor einigen Wochen waren wir noch in der Hitze der kasachischen Steppe und nun mussten wir sämtliche Klamotten anziehen, die wir dabei hatten, vor allem nachts im Zelt. Außerdem ist es 24 Stunden hell. Das dürfte sich nun aber wieder ändern, da wir uns seit heute wieder südlich des Polarkreises befinden.

Die norwegische Küste ist beeindruckend solange es nicht regnet - was allerdings oft der Fall ist. Wir hatten aber richtig Glück und konnten die Lofoten bei beständig gutem Wetter unter die Räder nehmen. Bei der Fährüberfahrt haben wir Roland getroffen, der mit seiner f650gs unterwegs ist und haben die nächsten zwei Tage auf den Inseln mit ihm zusammen verbracht. Mit ihm hätten wir es durchaus noch länger ausgehalten aber die weiteren Pläne waren halt unterschiedlich. Dafür wurden wir am Abend direkt wieder von ein paar Schweden zum Abendessen am Wohnmobil eingeladen und hatten eine gute Zeit.

Inzwischen schaffe ich es kaum mehr all die Eindrücke aufnehmen die sich bieten. Mein Kopf ist voll und ich brauche nun etwas Ruhe um alles zu verarbeiten. Insofern freue ich mich auch darauf bald wieder zuhause zu sein. Auf dem Weg werde ich dann noch bei Jan in Greifswald vorbei schauen und dort die Reise entspannt ausklingen lassen.

Heute sind wir noch zwei rumänischen Motorradfahrern begegnet. Ich habe ihnen von Ana und John vor der kasachischen Grenze erzählt und die wussten sofort Bescheid, haben sie ja alles schon auf deren Internetseite gelesen und auch schon ein Foto von mir und denen online gesehen... Die Welt der Motorradreisenden ist irgendwie klein :)

Ich war in Osteuropa, habe die muslimische Welt in der Türkei erlebt und unterschiedliche Teile von Russland erfahren, war in der Hitze im kasachischen Nichts und in der Kälte im nordischen Nichts in Norwegen. Ich hatte 360 Grad Berge, 360 Grad Wasser, 360 Grad Bäume und 360 Grad Sand. Ich war tagelang alleine ohne deutsch oder englisch reden zu können und hatte dann wieder gute Begleitung von Reisenden unterschiedlicher Nationalitäten. Ganz zu schweigen von der überwältigenden Gastfreundschaft und den erkenntnisreichen Begegnungen und Gesprächen mit den Einheimischen aller bereisten Länder...
Wahnsinn.