11.05.2013

Bulgarien bis Targoviste

Heute habe ich Rumänien verlassen - etwas wehmütig. Das ist wirklich ein cooles Land und ich kann mir gut vorstellen, dass ich irgendwann noch einmal hin fahre. Gestern haben mich die Jungs vor den Zigeunern gewarnt. Ich wollte wissen woran man die denn erkennt und zumindest die Frauen sind recht einfach an den bodenlangen Röcken zu erkennen - angeblich. Es ist aber tatsächlich so, dass die meisten Frauen eher kurz tragen und wenn eine mal bodenlang an hat, sieht sie meistens auch wirklich nach Zigeuner aus. Keine Ahnung ob die Warnung wirklich berechtigt ist.

Heute bin ich auf einer Nebenstrecke auf eine Art Markt direkt am Rande der Felder gestoßen. Vom Feld gehts gleich auf die Waage und in die daneben stehenden Autos und Pferdefuhrwerke, an welche ich mich inzwischen gewöhnt habe. Es sind einfach so viele. Ich denke, dass es sich dabei auch um Zigeuner gehandelt hat, auf dem Feld standen in der Ferne diverse LKWs die eindeutig nach Wohnmobil aussahen. Kann man auf den Bildern vielleicht erahnen.

Später habe ich noch zwei Beerdigungen gesehen. Auf der Landstraße war das beeindruckend weil mir ein ganzer Zug von Leuten entgegen kam. Vorne wurde ein großes Kreuz getragen und hinterher liefen vermutlich die Angehörigen und Bekannten. Am Schluss fuhr der Traktor mit dem Sarg auf dem Anhänger und am Straßenrand sah der Rest des Dorfes zu, Ich hab mich kaum getraut vorbei zu fahren. Naja, ich war extra langsam. Das sind die Momente wo ich lieber keinen Sportauspuff hätte.

Andererseits stehen am Wegesrand oft Kinder, die einem mit unmissverständlicher Geste zu verstehen geben, dass man mal ordentlich am Gas drehen soll und sich natürlich freuen wenn dann was kommt. Auch für die nervigen Hunde ist der LeoVince X3 nicht verkehrt: Die warten immer vor den Häusern bis ich, oder ein Radfahrer, an ihnen vorbei fahre und rennen dann bellend los. So auf die Tour "schaut wie toll ich mein Haus verteidige und den bösen Merlin aus dem Dorf jage". Kaum jagt man mal den Motor hoch, sind sie ruck zuck weg. Angeber allesamt.

Rumänien war schon witzig... und nun bin ich in Bulgarien und kann kaum mehr ein Straßenschild lesen. Erstens weil es einfach viel zu wenige gibt, sodass ich mich immer frage ob ich noch richtig bin und zweitens benutzen die einfach die falsche Schrift.

In einem abgelegenen Dorf habe ich mich zu den Alten gesetzt, die gerade ihr Mittagsbier am Start hatten. Gleich wurde mir dieses und jenes ausgegeben und wir versuchten uns so gut wie möglich zu verständigen. Mit den älteren Leuten ist das viel schwerer als mit den Jugendlichen. Auch mein sonst so nützlicher Notizblock kommt da an seine Grenzen. Dennoch hat es sich wieder gelohnt die Mittagszeit gemeinsam zu verbringen. Man bekommt einfach sehr authentisch das Leben der Leute mit. Ich habe mich die ganze Zeit mit dem Typen verständigt, der anscheinend das Sagen hatte. Er hat mir stundenlang erklärt, dass ich einfach geradeaus fahren muss. Aber so ist das halt. Die anderen Männer sahen mitunter einfach fertig aus. Verdrehte Augen, schiefer Gang... Ich glaube das Landleben da draußen ist einfach saumäßig hart.

Ich bin dann noch bis Targoviste gekommen. Die Straßen hier sind besser als in Rumänien aber sehr glatt geteert. Dazu kommt sehr viel Staub, wodurch sie wirklich rutschig werden. Bei ner Bremsung bei stopp and go aus 10 km/h ist mir drei mal das Vorderrad fast weggerutscht - das ist echt nicht normal und diesmal mit Sicherheit nicht die Schuld des MITAS E07. Auf trockener Straße greift der normalerweise einwandfrei. Beim Putzen des Helmvisiers wurde mir aber auch so einiges klar...