20.06.2013

Almaty

Zuletzt habe ich mich entschieden, mit Manuela, Michael und Stephan noch bis Almaty zu fahren. Ich bin froh, dass ich nun doch durch den Süden gefahren bin, da Kasachstan hier doch ganz anders aussieht als weiter nördlich. Es ist grün und die Straße führt hunderte Kilometer entlang des Bergpanoramas.

Almaty ist eine große und moderne Stadt. Der Verkehr ist wie immer katastrophal aber wenn man die kleinen Orte in der Steppe gewöhnt ist, ist man von dieser Großstadt überrascht. In der Tiefgarage wo wir unsere Motorräder parken konnten, waren ansonsten nur fette SUVs mit V8 Motoren zu sehen. Und die weibliche Bevölkerung könnte auch direkt der Vogue entsprungen sein.

Wir habe das Cafe Eldoro angesteuert, welches zu einem Treffpunkt für Motorradreisende geworden ist und wo einem bei Problemen geholfen wird. Dort haben wir eine Gruppe Neuseeländer getroffen. Die vier sind alle über 50 und wollten auf Motorrädern fahren, die auch über 50 sind. Und zwar von Wladivostok nach London. Der eine hatte schon keinen ersten Gang und keinen Leerlauf mehr. Das ist natürlich auch eine Art sich Herausforderungen zu schaffen - und auf jeden Fall eine sehr stilvolle. Mir wäre das Ledergepäck im Regen aber dann doch zu doof, aber seht selbst.

Manuela fliegt von Almaty wieder nachhause und für die anderen beiden stand die Überlegung an ob sie nun noch in die Mongolei fahren oder "nur" nach Kirgistan in die Berge. Ich habe zwar kurzzeitig darüber nachgedacht, ob Kirgistan für mich auch noch eine Option wäre, da man dort wohl recht einfach ein neues Visum für Kasachstan bekommt. Ich habe die Berge ja von Almaty aus gesehen und sie sind gigantisch. Dann habe ich mich aber doch dafür entschieden, bei meiner geplanten Route zu bleiben und direkt nach Astana zu fahren. Es war eine sehr schöne Woche zusammen mit den anderen, aber nun bin ich wieder der lonesome Cowboy, far away from home. Dachte ich jedenfalls, bis eben mein Handy klingelte, und Stephan fragte, ob er und Michael sich mir anschließen könnten.

Da habe ich natürlich überhaupt nichts gegen :-) Jetzt müssen wir überlegen wo wir uns wieder treffen. Da wir alle kasachische Simkarten haben, sollte das aber einfach sein und ich kann an dieser Stelle nur jedem empfehlen, sich in Kasachstan als erstes eine Simkarte zu kaufen, das ist einfach und kostet sehr wenig und mobiles Internet gibt es auch hier überall wo Handyempfang ist - also überall entlang der Ortschaften.

Heute Nachte verbringe ich bei N44.843585 O74.181529. Das ist der geilste Platz zum Zelten überhaupt. Abseits der Straße gleich am See, aber ohne nerviges Viehzeug und mit glattem Boden. Man kann es auf dem Bild vielleicht erahnen, ich teile mir das Zelt nur mit einer kleinen Gottesanbeterin. Wusste gar nicht, dass es die hier gibt...