2014 Frankreich per Fahrrad

Da ich die Region schon von meiner Motorradreise in 2009 kannte und mein Freund Jan sagte "ich will diesmal eine richtig geile Strecke fahren" war für mich klar, dass wir mit unseren Fahrrädern in die Cevennen und in die Provence müssen.
Leider gab es nicht die Möglichkeit einen Nachtzug zu nehmen, sodass wir die An- und Abreise mit ICE und TGV vornehmen mussten. Das ist an sich nicht das Schlechteste, denn schneller geht es wohl kaum wenn man nicht fliegen will. Allerdings ist es in den Schnellzügen nicht erlaubt Fahrräder mitzunehmen. Dies kann man nur umgehen, wenn man die Fahrräder auseinander baut und als Gepäck transportiert, also auf 90x120cm bringt. Hier gibt es natürlich einen gewissen Interpretationsspielraum, den wir weit in Richtung Fahrrad ausgereizt haben.
Vorderrad und Hinterrad, sowie der Lenker und Schutzblech wurden abgebaut und alles in Gewebeplane eingepackt. Auf der Anreise gab es keine Probleme weil wir eh im Gang neben dem Gepäck sitzen mussten aber auf der Rückreise wollte uns die Zugbegleiterin zuerst partout nicht mitnehmen. Wir konnten sie dann doch noch erweichen. Deswegen meine Empfehlung: unbedingt den Nachtzug nehmen sofern verfügbar. Der ICE ist einfach nicht geeignet Fahrräder mitzunehmen wenn es sich nicht um faltbare Räder handelt. Wer sich das Theater trotzdem geben will sollte auf keinen Fall sein Fahrrad auf dem Bahnsteig auseinander bauen und verpacken - ich denke, dass das unser Fehler auf der Rückreise war. Wenn die Zugbegleiter das nur sehen, werden sie wahnsinnig.
Von Hamburg gings per Zug nach Avignon, am nächsten Tag per Zug nach Montpellier und von da aus mit dem Bus nach Millau.
Von dort sind wir in die Tarnschlucht gestartet, anschließend über die Kammstraße Corniche des Cevennes gefahren und dann zur Ardecheschlucht. Später sind wir über Carpentras und den Norden der Provence wieder in Richtung Norden in die Alpenregion gefahren.

Richtig genial war es, dass es auf unserer Route so häufig Flüsse gab an denen man prima wildzelten konnte. Ich habe ja eigentlich nichts gegen Campingplätze aber Jan hat immer viel Ehrgeiz geeignete Plätze zu finden - da kann ich dann auch nicht nein sagen. Hier zeigt sich der Vorteil vom Fahrrad gegenüber dem Motorrad, da man sich häufig erst noch durchs Gebüsch boxen muss bevor man zu den tollen Plätzchen kommt. Dafür muss man bergauf auch entsprechend tolerant bzw. ignorant sein, wenn die Motorräder an einem vorbei brausen während man selbst bei 36 Grad im ersten Gang stundenlang nach oben kurbeln muss...

Man kann halt nicht alles auf einmal haben.