Navigation

Kartenmaterial

Grundsätzlich wollte ich sowohl konventionelle Karten als auch ein GPS Gerät benutzen. Allerdings besteht das Problem, dass es von den Ex-Sowjetstaaten und vielen angrenzenden Ländern bis heute nicht allzu viel Kartenmaterial gibt.
Eine Möglichkeit sind die russischen Generalstabskarten oder aber die Karten von Reise Knowhow.
Ich habe mich für letztere entschieden. Sie sind günstig und leicht zu bekommen. Leider haben sie etliche Fehler. So kommt es schon mal vor, dass die Entfernungsangabe am Straßenabschnitt falsch ist oder die Straße falsch eingezeichnet ist. Auf die Angabe zur Art der Straße kann man sich erst recht nicht verlassen. Ob die Straße rot (groß), gelb (mittel) oder weiß (klein) eingezeichnet ist sagt grundsätzlich zwar etwas aus, aber im Zweifel sollte man sich auf keinen Fall darauf verlassen.
Gerade auf der Kasachstan-Karte sind mir einige Fehler aufgefallen.

Dennoch würde ich sie wieder kaufen. Für 10 Euro bekommt man nichts anderes und das Preis-Leistungsverhältnis ist an sich schon gut, zumal das Material der Karten wirklich sehr brauchbar und reisetauglich ist.

GPS Gerät

Bei der Wahl der GPS-Gerätes sollte man nicht nur auf das Gerät an sich achten, sondern auch auf die Verfügbarkeit und den Preis des Kartenmaterials.

Einen Pfeil in Richtung von definierten Koordinaten zeigen alle Geräte an. Aber wenn man in exotischeren Ländern auch eine detailliertere Kartendarstellung haben möchte, ggf. automatisches Routing und womöglich auch noch Turn-By-Turn Navigation, grenzt sich die Auswahl schnell ein. So richtig delikat wirds beim Routing auf Waldwegen. Das ist aber eher beim Fahrrad interessant. Natürlich geht die Entwicklung aber schnell voran und die Möglichkeiten der Geräte werden immer umfangreicher.
Ich habe es mir zusätzlich schwer gemacht, weil ich Wert darauf legte, dass das Gerät Tasten hat, die ich auch mit Motorradhandschuhen im Regen treffe. Sie müssen also auf der Oberseite beim Display sein und nicht irgendwo an der Seite.
Mein Lowrance Endura Safari hat sowohl entsprechende Tasten, als auch einen Touchscreen.

Ein weiteres Feature des Safari ist der magnetische Kompass. Ich dachte, das wäre wichtig. Inzwischen muss ich in Hinsicht auf Motorrad und Fahrrad allerdings zugeben, dass er eher unnötig ist. Durch die ständige Bewegung des Lenkers ändert sich andauernd die Anzeige obwohl man im Endeffekt in eine klar definierte Richtung fährt. Das ist verwirrend und hinderlich, weil es ja nur darauf ankommt die richtige Richtung beizubehalten. Beim Wandern macht solch ein Kompass sicherlich viel mehr Sinn. Auf dem Zweiradfunktioniert der GPS-gesteuerte Kompass aber besser. Zum Glück kann man das ja einstellen.

Fazit nach der Reise:
Das GPS war eigentlich ein Fehlkauf weil ich es nicht gebrauchen konnte. Die Bedienung ist zu umständlich und dauert zu lange. Außerdem ist es wesentlich sinnvoller ein großes Display zu haben anstelle von Tasten auf der Oberseite des Geräts. Das Motorrad liefert so wie so immer Strom, deswegen ist es auch egal ob das Gerät herkömmliche Batterien aufnehmen kann. Abgesehen davon hat das Lowrance gerade dann als ich es brauchte - in Kasachstan - keinen GPS-Empfang mehr gehabt.
Viel besser ist es, ein Smartphone zu benutzen. Selbst billigste Smartphones haben schnellere Prozessoren und hellere Displays als das GPS und sowohl mit meinem Xperia Active, als auch mit meinem Galaxy pocket hatte ich immer GPS-Empfang. Schneller bedienen kann man sie so wie so, nur nicht bei der Fahrt. Das ist aber eigentlich nicht schlimm, weil man gar nicht so viel daran verstellen muss wie man denkt und sonst hält man halt kurz an. Die weitgehend werbefreie Software "Mapfactor Navigator" mit den Open-Street-Maps von der ganzen Welt (als Offlinekarte auf der SD) gibts kostenlos einfach im Playstore (und auch für den PC zum Download).
Und nicht zuletzt kann man sich für die 270,- Euro, die das Endura Safari gekostet hat, gleich zwei einfache Android Smartphones kaufen die neben der GPS-Funktion einfach alles können was man auf Reisen braucht (Emails, Fotos, Skype...)
Selbst wenn eines unterwegs kaputt geht lohnt es sich noch...

Beim Fahrradfahren oder Wandern macht ein reines GPS Gerät aufgrund der Stromversorgung vielleicht mehr Sinn aber beim Motorradfahren eigentlich überhaupt nicht. Meiner Meinung nach.

Wen das nicht überzeugt: Sobald eur GPS geklaut wurde oder kaputt ist, macht euch keine Sorgen, fahrt in die nächste Stadt, kauft das nächste Smartphone, sucht das nächste Wlan und schon seid ihr wieder am Start. Hat bei mir gut funktioniert.

GPS Software und Kartenmaterial

Bei der Suche nach Kartenmaterial stolpert man früher oder später über das Open Streetmap Projekt.
Die Straßendaten (aber natürlich auch Wanderwege) werden von der Projektgemeinde im Kollektiv erarbeitet und sind kostenlos erhältlich - und es ist bereits ein solider Datensatz für Russland und Kasachstan vorhanden. Man kann sich allerdings lediglich die Rohdaten herunterladen und muss sie sich erst noch für sein Endgerät kompilieren.
Dies ist einigermaßen aufwändig, aber man kann sich darum herum mogeln, wenn man bereits auf ein bestimmtes Endgerät zugeschnittene Kartendaten bekommt.

Für das Lowrance Endura Safari gibt es auch das Navi-Programm MapFactor Navigator und so ist es im Vergleich zu Garmin Geräten recht leicht die Karten herunter zu laden.
Aber wie bereits oben erwähnt, würde ich das Programm einfach auf dem Smartphone installieren anstatt ein GPS zu kaufen.

Was hat es nun mit dem Programm auf sich?
Es stellt eine vollständige Navigationslösung auf Basis der Open Street Maps dar, mit "Turn-By-Turn" Navigation, also mit automatischem Routing und Hinweisen beim Abbiegen usw. wie man es von jedem gängigen Navi kennt.
Der Unterschied ist aber, dass man nun das weltweite Kartenmaterial kostenlos  bekommt, während man für normale Navis Kartenmaterial für entlegene Regionen der Welt einfach gar nicht bekommt - und falls doch, für horrende Preise. Die Nachfrage ist wohl zu gering...

Ein großer Vorteil ist außerdem, dass in den Kartendaten auch Wald- und Wanderwege verzeichnet sind. Diese sind in den Optionen als "andere Straße" angegeben. Durch ein paar Tricks bei den Einstellungen, kann man MapFactor dazu bringen, die Route nur "offroad", also abseits des Straßennetzes für PKW zu legen.
Auf diese Weise ist es auch fürs Mountainbike eine geniale Sache.

Mit diesem Thema habe ich mich intensiver beschäftigt und im Forum fürs Lowrance einen ausführlichen Beitrag gepostet.

Letztlich würde ich behaupten, dass das Programm auf dem Handy in Verbindung mit richtigen Straßenkarten zum Navigieren völlig ausreicht. Wenn man nicht weiß wo man auf der Papierkarte ist, findet man es mit Mapfactor leicht heraus und in Städten kann man sich einfach navigieren lassen. In Russland und Kasachstan muss man die Straßennamen allerdings auf kyrillisch eingeben.