Kommunikation

Einsamkeit unterwegs? Kann man so nicht nennen...

Da ich zu meiner Reise alleine aufgebrochen bin, hatte ich Bedenken auf Dauer etwas zu vereinsamen. Als ich mich auf dem Tesch-Treffen dazu umhörte, erntete ich nur verständnislose Blicke. Der allgemeine Konsens war, dass es eigentlich sehr angenehm ist, wenn man mal niemanden um sich hat. Wenn man Kontakt will, findet man den angeblich überall.

Tatsächlich habe auch ich diese Erfahrung gemacht. Wenn man möchte, trifft man überall auf nette Menschen und muss nicht alleine sein, wenn man nicht will. Natürlich kann man sich nicht so intensiv austauschen wie mit einem Reisepartner, aber alleine sein muss man wirklich nicht.
Auch in dieser Hinsicht habe ich mein Smartphone unterwegs geliebt: Auch ohne tiefgehende Sprachkenntnisse kann man den Leuten unterwegs einfach anhand von Bildern zeigen wo man die letzten Tage war und wen man noch so getroffen hat. Wenn man will, natürlich auch Bilder von Freunden und Familie.
So kann man ohne viele Worte viel von sich mitteilen.
Außerdem hatte ich mir meine geplante Route zusammen mit einem Bild von mir und meiner Internetadresse auf Fotos gedruckt, was ja in jedem Drogeriemarkt geht. Das war immer ein schönes Geschenk, vor allem wenn man auf die Rückseite noch einen persönlichen Gruß schreibt. Drückt man das einem in die Hand, wird es herum gegeben und es werden sich sehr schnell sehr viele Leute für einen interessieren. Dann kann es passieren, dass man doch lieber wieder alleine sein möchte. Ich habe diese Momente aber immer gerne genutzt und es kam teilweise stundenlang zum gegenseitigen Austausch. Das sind die Momente, die besonders in Erinnerung bleiben. Mit etwas Glück wird man sogar eingeladen. Man darf nur nicht ängstlich sein. Wenn man sich lieber versteckt und es nicht aushält eine Zeit lang im Mittelpunkt zu stehen, muss man sich nicht wundern wenn man wenig erlebt.

Ansonsten kann man heutzutage von überall bloggen, emails schreiben oder mit whatsapp chatten. Vor der Reise habe ich mir große Sorgen gemacht wie regelmäßig ich mich wohl bei meiner Freundin melden kann und was das alles kosten wird, dabei ist das selbst in Kasachstan kein Problem.
Was in Kasachstan allerdings ein Problem ist: Wordpress wird blockiert und ist als Hoster somit ungeeignet. Mit meiner eigenen Homepage hatte ich das Problem zwar nicht, andere Reisende die ich getroffen habe allerdings schon.

Mobiles Internet und WLAN auf Reisen

Tarife Beeline in Kasachstan 2013

Auf der ganzen Reise gab es keinen Tag, an dem ich keinen Zugang zum mobilen Internet hatte.

Die GPRS-Abdeckung kann man bei amazon in der Übersichtskarte sehr gut recherchieren. Denn überall wo der Kindle Empfang hat, sollten Handys schließlich auch Empfang haben. In Sibirien sieht man, dass der Empfang genau entlang der M55 verläuft. Auch Kasachstan sieht zwar sehr lückenhaft aus, aber tatsächlich stehen entlang der Straßen bzw. Pisten regelmäßig Handymasten. Auch wenn es manchmal ansonsten einfach rein gar nichts gibt - Handyempfang hatte ich fast immer. So kann es passieren, dass man irgendwo im Nirgendwo neben der Piste Pause macht und 360° außer Steppe nichts sieht, aber trotzdem über whatsapp mit seiner Freundin chatten kann. Schon verrückt.
Erst wenn man die Hauptpisten komplett verlässt und sich fernab jeglicher Häuser aufhält, wird man dauerhaft keinen Handyempfang haben. Das dürfte auf kaum einen Motorradreisenden zutreffen, denn wer kommt schon viel länger als einen Tag ohne Tankstelle aus.

1MB Datenübertragung kostet bei Beeline in Kasachstan 20,16 Tenge, was ca. 0,10 Euro sind. Man kann beliebige Beträge aufladen und insofern ohne Reue das Internet nutzen. Allerdings muss man sich in der Regel mit EDGE zufrieden geben. In größeren Städten ist HSDPA aber auch gängig.
In Russland ist die Situation ähnlich. Allerdings besteht die Einschränkung, dass manche Verkäufer die Simkarten nur an Leute mit russischem Pass vergeben. Dann muss man es beim nächsten versuchen oder einen Einheimischen überreden.
Abgesehen davon gibt es innerhalb Russlands Roaming, was sehr nervig ist. Man muss sich somit in den einzelnen Regionen (wie z.B. Krasnodar) jeweils eine eigene Simkarte kaufen weils sonst teuer wird.

WLAN hingegen ist gen Osten ziemlich spärlich gesäht. Manche Unterkünfte sind zwar entsprechend ausgestattet, aber wenn man sich nur aufgrund des WLANs dann doch dazu durchringt für eine bestimmte Unterkunft ggf. 10 Euro mehr auszugeben, wäre eine Simkarte vielleicht doch die bessere Wahl gewesen.

Hardware

Laptopersatz: Smartphone mit Bluetoothtastatur

Manche Motorradreisende nehmen tatsächlich sogar einen Laptop mit.
Das wollte ich unbedingt vermeiden aufgrund des Gewichts, dem Platzbedarf und der Diebstahlgefahr.

Ein Smartphone kann ja fast alles was ein Laptop auch kann und mehr (emails, Skype, Bilder, GPS, Internetsurfen...) nur eine brauchbare Tastatur fehlt logischerweise.

Das Xperia Active war zum Kaufzeitpunkt das meiner Meinung nach tauglichste Outdoor-Smartphone da es unter anderem wirklich wasserdicht war. Ich habe es in Kasachstan trotzdem kaputt gemacht aber das war nicht die Schuld des Smartphones. Im Nachhinein wäre auch jedes andere Gerät geeignet gewesen.

Die Sache mit der Texteingabe habe ich mit einer Bluetoothtastatur gelöst.
Meine Tastatur ist so flach, dass sie zwischen den anderen Reisedokumenten in der Mappe verschwinden kann und das wichtigste: man kann wirklich vernünftig auf ihr schreiben. Eben so, wie auf den meisten Laptoptastaturen. Diese Idee hat sich auf der Reise absolut bewährt.

Geladen werden alle Geräte über das Bordstromnetz per Micro-USB. Zum Glück hat sich Micro-USB als Standardanschluss weitgehend durchgesetzt und so benötigt man nur ein Kabel.

Die KFZ-Steckdosen haben mich allerdings noch nie so richtig überzeugt weil der Kontakt immer wackelig ist. Ich empfehle Leuten, die löten können, die Anschlüsse ihrer Geräte lieber auf ein Stecksystem mit guter Verbindung umzubauen. Ich habe den Multiplexstecker verwendet.